EschenbachManchmal ist weniger mehr und eine Reise mit einem Fernglas durch die nächtliche Milchstrasse ist ein wunderschöner Anblick. Vor diesem Genuss steht wie immer die Qual der Wahl. Ein gutes preiswertes Fernglas zu finden ist schwierig. Ich will das Thema Fernglastest und Kauf nicht zu breit an dieser Stelle ausrollen, dafür gibt es viele andere gute Seiten unter anderem die Seite von Frank Schäfer. Trotzdem möchte ich einen kurzen Überblick geben worauf zu achten ist. Es gibt bei Ferngläser zwei Prismensysteme, das Porrosystem und das Dachkantsystem. Dachkantferngläser sind kompakter aufgebaut und teurer als ein Porro-Glas. In der Astronomie werden hauptsächlich Porro-Gläser eingesetzt. Ich konnte bisher noch kein Dachkantglas testen, aber ich habe gelesen das diese Gläser an hellen Sternen Lichtspitzen erzeugen. Bei Porro-Gläser stehen die Linsen weiter auseinander als die Objektive. Auch bei Ferngläser spielt der Glastyp eine Rolle. Es gibt BK7 und BAK4 Prismen, die BAK4 Prismen sind teurer, liefern aber das hellere Bild. Ferngläser haben im Gegensatz zu Teleskopen eine feste Vergrößerung. Die Bezeichnung der Gläser erfolgt immer nach dem Muster Vergrößerung x Objektivdurchmesser (10x50 würde bedeuten 10fache Vergrößerung bei 50mm Objektivdurchmesser). Es gibt die verschiedensten Kombinationen bei diesen Angaben. Es sollte immer eine große Objektivöffnung bei hoher Vergrößerung angestrebt werden. Natürlich hat das seine Grenzen im Preis und in der Handhabbarkeit, ein 10x50 ohne Auflage ist schwierig ruhig zu halten. Noch höhere Vergrößerungen benötigen ein Stativ. Natürlich gehen auch 7x50 Gläser diese haben eine nicht so hohe Vergrößerung dafür aber mehr Gesichtsfeld.

Wie transportiere und lagere ich ein 120mm Refraktor, diese Frage stellte ich mir als ich das Gerät vor mir liegen sah. Eine weitere Kiste, möglich aber auch wieder zeitaufwendig und bei dieser Größe nicht unbedingt notwendig, dachte ich, es muß doch etwas von der "Stange" geben . Also machte ich mich auf die Suche nach kaufbaren Alternativen die es in dieser Größe noch geben muss. Letztendlich bin ich beim Anglerbedarf hängen geblieben, die Rutentaschen schienen mir für diesen Zweck ideal, lang genug um den Refraktor samt Zubehör (Sonnenfilter) aufzunehmen und gepolstert genug um den Tubus vor Stößen zu schützen. Fündig bin ich "Angelwelt Gerlinger"  geworden.

RefTasche1
Ein Rutentasche als Teleskoptasche

120Refraktor

Durch einen glücklichen Zufall wurde mir ein 120mm / 1000mm Refraktor zum Kauf angeboten. Ich mußte nicht lange überlegen und habe das Gerät gekauft. Auf dem Tubus ist der Name Dörr "Galaxia" aufgedruckt. Nun, wir alle wissen das diese Teleskope allesamt aus dem Hause Skywatcher stammen. Über die optischen Qualitäten wurde schon oft und viel diskutiert und geschrieben. Ich will das an dieser Stelle nicht noch mal alles wiederholen. Dieses Instrument bietet für einen vernünftigen Preis eine vernünftige optische Leistung. Das diese Leistung einem APO nicht das Wasser reichen kann ist völlig klar und war wahrscheinlich auch nie das Ziel der Designer. Ich konnte bisher noch nicht viel damit beobachten, aber was ich bisher damit beobachten konnte bestätigt eine gute optische Qualität. Die Mechanik ist soweit in Ordnung, bis auf das Stativ welches ich jetzt durch ein Stativ aus Holz ersetzt habe. Das urpsprüngliche Alu-Stativ hatte einfach zu lange Ausschwingzeiten. Ich bin mir ziemlich sicher das dieses Problem nun mit dem neuen Stativ behoben sein wird.
Angeregt durch so manche fantastischen Fotos durch Amateurastronomen im Internet, möchte ich mit diesem Instrument in die Astrofotografie einsteigen. Dazu plane ich für die Montierung, eine EQ5, eine Zweiachsensteuerung zu erwerben. In die nähere Auswahl habe ich die EQ/GP Steuerung mit Motoren - passend für die EQ-5 (DMDEQ5SLP Komplettset Steuerung, Motor, Anbaukit, 429€) genommen. Meine ersten Anschaffungen für diese Montierung waren aber ein Polsucher und eine Polsucherbeleuchtung.

Neben meinen Dobson habe ich noch einen 120mm/1000mm Skywatcher Refraktor. Dieses Gerät habe ich noch nicht lange und habe, als eingefleischter Dobsonanwender, so einige liebe Mühe damit im Umgang mit der Montierung. Theoretisch scheint alles klar zu sein aber in der Praxis. Besonders im "Einsatz" treten Probleme auf, die erst die Zeit und die Erfahrung lösen werden. Eines habe ich aber sehr schnell gemerkt und begriffen, das mitgelieferte Alu-Stativ war viel zu schwach ausgelegt für die Masse der Montierung und des Refraktors. Dies machte sich durch sehr lange Nachschwingzeiten bemerkbar. Es dauerte Sekunden bis das ganze Gebilde sich wieder beruhigt hatte und wehe dem der es wieder anfassen musste. Das ganze machte auf Dauer keinen Spaß und war auch kein befriedigender Zustand. Glücklicherweise hatte ich auf dem Dachboden noch ein altes Armeestativ aus Holz, dieses baute ich zu diesem Zweck um.

Stativ
Das fertig umgebaute Stativ stabil, schwingungsarm und voll zusammengeschoben genau so hoch wie das Alu Stativ halb ausgefahren.