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vds logo transIn der letzten Hälfte des Jahres 2001 reifte bei mir der Entschluss der VdS beizutre­ten. Wie ich darauf gekommen bin, dazu später mehr. Ich war sehr überrascht als ich kurz vor Weihnachten einen Anruf des Vorsitzenden Otto Guthier erhielt, der mir mitteilte, dass ich das 4.000. Mitglied der VdS sei. Auch ich wurde, wie bereits das 3.000. Mitglied, gebeten ein paar Zeilen zu verfassen. Dieser Bitte komme ich gerne nach.

Wie hat alles angefangen? Der Aus­löser meiner Astronomiebegeisterung liegt in meiner frühesten Jugend. Zusammen mit meinen Vater beobachtete ich gemeinsam von der Terrasse meines Elternhauses mit einem geliehenen 114-mm-Newton die Sterne. Ich kann mich kaum noch an die Details erinnern, was wir gesehen bzw. beobachtet haben, nur so viel hat sich mir eingeprägt: Ich habe nie das Gefühl der Begeisterung und Erhabenheit, den Sternen jemals so nah gewesen zu sein, verlieren können. In mir hat sich der Wunsch verfe­stigt, irgendwann ein Teleskop zu besitzen.

Es sollte Jahre dauern bis es so weit war. In der Zwischenzeit verfolgte ich andere Ziele, die mich immer wieder davon abbrachten diesen Wunsch nachzugehen. Erst zum Ende des Jahres 2000 konnte ich mir meinen Traum erfüllen und erwarb einen I0"-Newton auf einer Dobson-Montierung. Der Weg dorthin war steinig, denn wie jeder Anfänger war ich von der Vielfalt und den Möglichkeiten der ver­schiedensten Teleskope überrascht, um nicht zu sagen überfordert. Ich informierte mich lange und ausführlich über die unter­schiedlichsten Systeme. Am Anfang wech­selten die von mir favorisierten Teleskope häufig, je nach Grad der Beeinflussung durch Dritte. Von 100 befragten Personen erhielt ich auf die Frage - welches Teleskop ist das beste? - 100 unterschiedliche Ant­worten. Heute weiß ich, dass schon die Art der Frage nicht richtig war.

Es gilt bei der Teleskopwahl einen Kompromiss zu fin­den, der den eigenen Neigungen am näch­sten kommt. Jedes Teleskop hat seinen Himmel UND seinen Benutzer. So fiel meine Wahl auf einen Newton, und nachdem klar war, dass ich nicht fotogra­fieren will, entschloss ich mich zu einer Dobson-Monticrung. Ich habe das Glück in einer noch sehr dunklen Gegend (Lüneburger Heide) Deutsehlands zu wohnen. Also war die Idee einen Newton mit mög­lichst großer Öffnung zu erwerben nicht verkehrt. Als ich dann das Gerät vor mir stehen sah, war ich doch über die Größe erstaunt. Glücklicherweise spielte das Wetter ein paar Tage später auch noch mit, was im Winter keine Selbstverständlichkeit ist.

Mein erstes Beobachtungsobjekt war der Jupiter. Nach all den Jahren war es wieder da, jenes Gefühl, das ich damals auf der Terrasse meines Elternhauses hatte. Der anfänglichen Begeisterung folgte so mancher Dämpfer, stundenlanges, erfolg­loses Suchen in den Weiten des Alls ließen mich manchmal zweifeln. „Starhopping" in allen Ehren, aber auch hier trifft die Weisheit zu, man sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Diese Kunst der Orientierung will gelernt sein und ist längst nicht so einfach wie es manchmal beschrie­ben wird. Noch heute habe ich meine liebe Mühe damit. Auch die Tücken der Technik trugen eini­ges an anstrengenden Stunden bei. Wie justiere ich einen Newton, brauche ich einen Laser und was hat es mit diesem Fangspiegel-Offset auf sich? Schnell wurde mir klar, dass sich nicht alle Probleme durch das Internet lösen lassen.

Manchmal ist es erforderlich die Probleme praktisch anzugehen und im persönlichen Gespräch zu lösen. Also machte ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten. Lange Zeit tat sieh nichts und ich fing an, mir die Frage zu stellen, bin ICH alleine ? Ein Sternenfreund im Internet machte mich auf eine Gruppe aufmerksam die sich alle 2 Monate in dem kleinen Ort Embsen in der Nähe von Lüneburg trifft. Mein erster Besuch war gleich eine Überraschung für mich, meine Befürchtungen waren grund­los, ich bin definitiv nicht alleine. Hocherfreut stellte ich fest, dass es sogar recht viele Sternenfreunde im Norden gibt, nahm ich doch zuvor an, dass dieses Hobby überwiegend in Süddeutschland betrieben wird.
Ich war überrascht über die Professionalität, mit der die Anwesenden ihr Hobby betreiben, sei es nun Fotografie, Kometen oder andere astronomische Disziplinen. Mittlerweile ist der Besuch in Embsen für mich obligatorisch, die vielen Fach- und Diavorträge, die dort abgehalten werden, sind begeisternd. Oft werden auch Teleskope oder technische Detaillösungen vorgestellt und erläutert. Dort kam ich das erste Mal richtig in Kontakt mit der VdS. Einige Teilnehmer sind Mitglieder in der VdS und in den Fachgruppen tätig, ihr Engagement beeindruckte mich. Ich las auch zum ersten mal ein „Journal für Astronomie", Inhalt und Aufmachung gefielen mir so gut, dass dies mit einer der Gründe war, der Vereinigung der Stern­freunde beizutreten.

In Embsen traf ich auch eine Abordnung der Sternenfreunde aus Munster, einem Städtchen nicht weit von meinen Heimat­ort. Schnell kamen wir ins Gespräch und ich wurde eingeladen an den monatlichen Treffen in Munster teilzunehmen. Mittler­weile habe ich bei den Sternenfreundcn aus Munster meine astronomische Heimat gefunden. Wir verabreden uns zu gemein­samen Beobachtungen, wobei es mich besonders freut, dass mein alter Beob­achtungsplatz, ein kleiner Hügel mit einer phantastischen Rundumsicht (und wirklich zappenduster, ca. 7 mag) von allen ange­nommen und als „Haushügel" akzeptiert wird. Um die Abende möglichst sinn- und genussvoll zu gestalten, arbeiten wir an unseren Treffen gemeinsame Beobach­tungsprogramme aus, die in irgendeiner Form dokumentiert werden. Sei es nun als Zeichnung oder als Fotografie. Nun, ich gebe zu, dass meine Fähigkeiten als Zeichner eher bescheiden sind, aber ich werde es weiter versuchen. Mein liebstes Steckenpferd ist die Deep Sky-Beobachtung. Dabei beschränke ich mich bisher auf die einfachen Messier-Objekte und einige NGC-Objekte.

Ein „Starhopp" im Virgohaufen führte dazu, dass ich in den Galaxien „ersoff und völ­lig die Orientierung verlor. An diese Objekte wage ich mich erst später wieder ran. Mein Lieblingsobjekt ist M 13, an die­sem Kugel Sternhaufen kann ich mich nicht satt sehen. In der Regel ist dies mein erstes Objekt welches ich in einer Beobachtungs­nacht einstelle. Mittlerweile beurteile ich die Qualität der Nacht und der Luft daran wie gut sich mir M 13 präsentiert. Aber auch h und y_ im Perseus sind wahre Prachtobjekte. Es gibt so viel Schönes dort oben zu entdecken, dass es eigentlich ver­messen ist einige hervorzuheben. Im Laufe der Zeit habe ich an meinem Teleskop einige Kinderkrankheiten besei­tigt. Diese bleiben nicht aus, wenn man sich für ein preiswertes Teleskop entschei­det. Allerdings sind diese Kinderkrank­heiten mit einigen Geschick einfach von selbst zu beseitigen. Die Mehrkosten für das „perfekte" Teleskop können für gute Okulare gespart werden.

Bei diesen Arbeiten reifte die Vorstellung, ein Teleskop selber zu bauen. Nachdem ich mir zunächst einmal die „Bibel" der „Dobsonbauer" („The Dobsonian Telescope", Kriege/Berry) zugelegt hatte und feststellte, dass ich mich nicht übernehme, startete ich das Projekt mit dem Jahr 2002. Derzeit befinde ich mich noch in der Planungsphase für den zukünftigen 15"-Gitterrohrdobson. In der letzten Ausbaustufe soll dieser Dobson eine motorische Nachführung besitzen. Zunächst aber möchte ich in diesem Jahr einige Teleskoptreffen besuchen, um mit anderen „Dobsonbauern" Erfahrungen auszutau­schen. Und vielleicht kann und werde ich mit den neuen Dobson auch CCD fotografieren, wenn mir die Zeichenstifte ausgehen...