Drucken

Neben meinen Dobson habe ich noch einen 120mm/1000mm Skywatcher Refraktor. Dieses Gerät habe ich noch nicht lange und habe, als eingefleischter Dobsonanwender, so einige liebe Mühe damit im Umgang mit der Montierung. Theoretisch scheint alles klar zu sein aber in der Praxis. Besonders im "Einsatz" treten Probleme auf, die erst die Zeit und die Erfahrung lösen werden. Eines habe ich aber sehr schnell gemerkt und begriffen, das mitgelieferte Alu-Stativ war viel zu schwach ausgelegt für die Masse der Montierung und des Refraktors. Dies machte sich durch sehr lange Nachschwingzeiten bemerkbar. Es dauerte Sekunden bis das ganze Gebilde sich wieder beruhigt hatte und wehe dem der es wieder anfassen musste. Das ganze machte auf Dauer keinen Spaß und war auch kein befriedigender Zustand. Glücklicherweise hatte ich auf dem Dachboden noch ein altes Armeestativ aus Holz, dieses baute ich zu diesem Zweck um.

Stativ
Das fertig umgebaute Stativ stabil, schwingungsarm und voll zusammengeschoben genau so hoch wie das Alu Stativ halb ausgefahren.

Ich wollte ursprüngliche das Originalunterteil des Stativs verwenden, musste aber das Originalunterteil der Montierung verwenden. Das originale Unterteil des Stativs war durch ein Kugelgelenk frei verstellbar, ideal um das Teleskop genau Waage aufzustellen. Leider konnte ich die Montierung nicht befriedigend auf diesem Unterteil befestigen. Ich wollte aber prinzipiell testen das diese Idee funktionieren könnte und montierte die Montierung provisorisch auf das originale Unterteil des Stativs. Das Kugelgelenk wurde gelockert und die Montierung war in allen Richtungen frei drehbar und kippbar. Jetzt versuchte ich das Luftbläschen in der Dosenlibelle genau zu zentrieren und dann das Kugelgelenk fest zu klemmen. Es stellte sich heraus das es nicht einfach ist, die schwere Montierung so zu dirigieren das die Dosenlibelle genau Waage anzeigt. Viel schwerwiegender war es aber, zu sehen dass das Luftbläschen, nach dem ich alles festgeklemmt hatte, wieder aus der Mitte auswandert. Es scheint so, das die Klemmung unter dem Gewicht nachgab, dadurch war sie für diesen Zweck nicht mehr einsetzbar. Vielleicht mache ich daraus eine Montierung für meinen 70mm Sucher der durchaus als kleines Teleskop einsetzbar ist und nach seiner Überarbeitung optisch deutlich aufgewertet wurde, aber das ist ein anderes Kapitel.

Die ursprüngliche Okularablage vom Alu-Stativ wollte ich weiter verwenden. Da die Befestigungsbügel zu schmal waren für das Holzstativ, baute ich eine Art Adapterplatte aus Alu. Diese Platte ist so dick gewählt das ich die Schraubenköpfe auf der Stativbeine zugewandeten Seite, komplett versenken konnte. Dadurch vermeide ich, dass es Berührungen / Reibungen beim Ausziehen der Stativbeine gibt. Zusätzlich wurde der Abstand durch Muttern vergrößert, so dass genügend "Luft" zwischen Adapterplatte und Stativbeine ist.

Adapterplatte1 Adapterplatte2
Die Adapterplatte fertig montiert. Auf diesen Foto erkennt man wie die Muttern für einen Abstand zum Stativ sorgen.

Die beiden äußeren Stativstreben wurden sauber durchbohrt damit die Adapterplatte befestigt werden konnte. Damit die Streben durch das anziehen der Schrauben bzw. Muttern nicht beschädigt werden, wurden Unterlegscheiben verwendet. Diese Unterlegscheiben mussten zu diesem Zweck noch speziell angepasst werden. Zunächst wurden sie dem Radius der der Stativstreben angeglichen. Zusammen mit einem Stück runden Rohr, das den gleichen Durchmesser wie die Stativstreben aufweißt, wurden die Unterlegscheiben in einem Schraubstock eingespannt. Mit einem Hammer wurde dann die Unterlegscheibe an den Radius angeglichen. Da die Unterlegscheibe zu einer Seite hin (zum ausziehbaren Teil) zu breit sind, musste ein Teil der Scheibe noch abgeschnitten werden. So angepasst schmiegt sich die Unterlegscheibe um die Stativstrebe, verteilt den Druck auf eine relativ große Fläche, schonen somit das Holz und behindert nicht das Ausziehen des mittleren Stativteils. Ein weiterer, sehr positiver Effekt, das Stativ wird dadurch nochmals deutlich stabilisiert.

Unterlegscheiben
Die bearbeiteten Unterlegscheiben. Die Schiene im Mittelteil wird hierdurch nicht behindert.

Der Anschluss des Originalunterteils der Montierung gestaltete sich auch sehr raffiniert. Da das Originalunterteil der Montierung schmaler als die Breite der Streben ist, musste das Unterteil durch Abstandhalter zentriert werden. Gelöst wurde das Problem durch M8 Muttern. Da diese zu breit sind mussten sie um ca. 2mm schmaler gemacht werden. Da der Bolzen, der das Stativbein mit dem Unterteil verbindet, kein durchgehendes Gewinde hat, musste der Mutter an dem Ende ohne Gewinde, das Gewinde ausgebohrt werden.

Sockelschrauben
Deutlich zu sehen die Muttern die als Abstandshalter dienen. Der rechten Mutter auf diesen Bild wurde das Gewinde ausgebohrt. Beide Mutter sind in der Dicke um 2mm dünner gemacht worden.